Warum Barf

Wenn mir früher jemand erzählt hätte, dass ich einmal barfen würde, hätte ich ihn wahrscheinlich für ziemlich verrückt erklärt.

Ich wollte nie barfen. Trockenfutter war für mich einfacher, haltbarer und – zumindest damals in meiner Vorstellung – günstiger. Warum sollte ich mir also freiwillig mehr Arbeit machen?

Dann kam meine junge Hündin Skylar zu uns. Sie war noch nicht lange bei uns und bekam zunächst genau das Futter, das sie bereits beim Züchter bekommen hatte. Eigentlich hätte alles problemlos laufen sollen. Stattdessen bekam sie immer wieder Durchfall und nahm nicht richtig an Gewicht zu. Ansonsten war sie fit und munter.

Die Untersuchungen beim Tierarzt waren ohne auffälligen Befund und niemand konnte sich so recht erklären, warum es ihr mit dem Futter nicht gut ging. Also begann eine lange Suche. Hypoallergenes Futter vom Tierarzt, verschiedene andere Futtersorten, Bioresonanz, Homöopathie – nichts brachte die gewünschte Veränderung.

Mit Reinfleischdosen, Moroscher Karottensuppe und Reis bekam ich sie zumindest einigermaßen gefüttert. Aber damit lässt sich natürlich kein junger Hund dauerhaft bedarfsgerecht großziehen.

Irgendwann dachte ich: Okay. Dann probiere ich es eben mit BARF. Ich habe ja nichts mehr zu verlieren.

Also ließ ich mir einen BARF-Plan erstellen und stellte Skylar um. Und dann passierte etwas, womit ich ehrlich gesagt selbst fast nicht mehr gerechnet hatte:

Die Verdauung beruhigte sich.

Rückblickend weiß ich, dass dieser erste BARF-Plan aus fachlicher Sicht nicht besonders gut war. Aber damals wusste ich das natürlich nicht. Und trotzdem hat er eines geschafft: Meine Hündin konnte plötzlich wieder fressen, ohne dass ich ständig über das nächste Futterproblem nachdenken musste. Ihre Verdauung stabilisierte sich und sie konnte sich endlich gut entwickeln.

Für mich war das der Moment, in dem BARF plötzlich mehr war als eine Notlösung.

Zu dieser Zeit lebte noch mein neunjähriger Senior Chicco bei uns, der bis dahin ausschließlich Trockenfutter bekommen hatte. Nachdem für mich feststand, dass wir bei BARF bleiben würden, stellte ich auch ihn um. Und auch bei ihm bemerkte ich Veränderungen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte: Sein Fell wurde noch schöner, obwohl ich vorher schon dachte, dass er ein tolles Fell hatte. Er wirkte wieder energiegeladener und agiler.

Seitdem gibt es in unserem Haus BARF.

Und ausgerechnet ich, die ursprünglich niemals barfen wollte, wollte irgendwann nicht mehr nur selbst wissen, was ich da eigentlich tue – ich wollte es wirklich verstehen. Denn ich hatte selbst erlebt, welchen Unterschied die Ernährung für Hunde macht. Und genau diese Erfahrung hat in mir den Wunsch geweckt, dieses Wissen weiterzugeben und anderen Menschen dabei zu helfen, die Fütterung ihres Hundes besser zu verstehen.

Denn eines verbindet uns doch alle: Wir wollen das Beste für unsere Tiere.

Ich möchte niemanden davon überzeugen, dass seine bisherige Fütterung „falsch“ ist. Und ich möchte schon gar nicht über Menschen urteilen, die sich für eine andere Fütterungsform entscheiden.

Ich möchte aufklären, Wissen vermitteln und dabei helfen, die eigenen Entscheidungen bewusst treffen zu können.

Denn nur wer versteht, was sein Hund eigentlich braucht und was in seinem Napf landet, kann auch für sich und seinen Hund entscheiden, was der richtige Weg ist.

Für mich ist das ein bisschen wie bei unserer eigenen Ernährung: Wir würden unseren Kindern nicht einfach jeden Tag das Erstbeste vorsetzen, ohne uns Gedanken darüber zu machen, was sie eigentlich brauchen. Nicht weil ein Stück Pizza grundsätzlich schlecht ist – sondern weil eine ausgewogene Ernährung mehr bedeutet, als einfach nur satt zu werden.

Genauso sehe ich es bei unseren Hunden.

Es geht für mich nicht darum, die eine perfekte Fütterungsform für alle zu finden. Es geht darum, den eigenen Hund zu verstehen, seine Bedürfnisse zu kennen und eine Ernährung zu wählen, die zu ihm und seinem Alltag passt. Genau dabei möchte ich helfen.

2024 habe ich deshalb meine Ausbildung zur zertifizierten BARF-Beraterin erfolgreich abgeschlossen.

Heute ist es mir besonders wichtig, Menschen die Scheu vor dem Barfen zu nehmen. Denn ich kenne die Gedanken, die am Anfang im Raum stehen:

Kann ich meinen Hund wirklich bedarfsgerecht ernähren? Was braucht mein Hund eigentlich – und wie viel davon? Was muss ich beachten? Braucht BARF wirklich tausend verschiedene Zusätze? Und muss das alles wirklich so kompliziert sein? Oder ganz einfach: „Das ist mir viel zu kompliziert. Das kann ich doch niemals richtig machen.“

Genau hier möchte ich ansetzen. Ich möchte Wissen verständlich vermitteln, Fragen beantworten und zeigen, dass man nicht erst Ernährungswissenschaft studiert haben muss, um sich mit der Fütterung seines Hundes auseinanderzusetzen.